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24. November 2010 / paderbornverbesserer

Auf dem Weg in die Snowpocolypse?

Der letzte Winter war lang und kalt – und es wurde viel geschrieben, über die Städte, die zu dumm waren, sich rechtzeitig mit genug Salz einzudecken. Auch Paderborn war betroffen. Seattle in den USA hat sein erstes Schneechaos für dieses Jahr schon hinter sich.

Das hätte ich gar nicht mitbekommen – aber Scott Berkun, auch als Blogger wohl etwas bekannter als der Paderbornverbesserer, hat einen interessanten Post dazu geschrieben: Postmortem: Seattle and Snowpocolypse:

Etwa einmal im Jahr schneit es in Seattle und unveränderlich gelingt es uns nicht, damit umzugehen. Es ist schockierend, dass eine ganze Stadt von der Anfälligkeit des eigenen Transportsystems verblüfft wird.  Und dann, während des Versagens beschweren sich manche Leute, dass die Stadt nicht genug tut, um das Problem zu vermeiden.

So sehen das hier auch viele Menschen: wenn es im Winter glatt ist, ist die Politik schuld. Scott Berkun sieht die Ursachen für das regelmäßige Schneechaos gar nicht im Versagen der Stadt Seattle:

Unsere Geographie ist blöd. Wir haben viele Hügel. Und schon wenig Eis kann Hügel gefährlich machen. […]

Wir haben viele unerfahrene Fahrer. […]

(Scott Berkun ist kein Politiker. Sonst würde er sich diese Rechtfertigungen wohl nicht trauen.)

Nun glaube ich schon, dass auch Seattle etwas mehr tun könnte, als es tut. Der Anlass für den Post von Scott Berkun ist die “Schneepokalypse” von vorgestern. Unten zwei Videos dazu. Schon ein Zentimeter Schnee hat gereicht, Seattle lahmzulegen. Scott Berkun findet das soweit OK. Er findet, es lohne für Seattle nicht, für diese seltenen Gelegenheiten vorzusorgen.

Weswegen ich davon schreibe: Eine Kommune muss sich auf den Winter vorbereiten, da ist in unseren Breiten sicher deutlich mehr als Nichtstun gefordert. Aber grenzenlos muss die Vorbereitung nicht sein, finde ich. Es muss nicht jede Wohnstraße geräumt und mit Salz gestreut werden. Und nicht jede Straße muss den ganzen Winter über schwarz sein. Die Menschen hier sind durchaus in der Lage sich auf winterliche Straßenverhältnisse einzustellen. Ich finde, der Winterdienst in Paderborn sollte auf das notwendige beschränkt werden.

Das wäre gut für die Finanzen und für die Umwelt.

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  1. Thomas Sprute / Nov 25 2010 08:50

    Ein guter Beitrag, Herr Schröder, und das am frühen Morgen!

    Sie haben absolut recht. Wenn man sich in Erinnerung ruft, welche Unmengen Salz zu Jahresanfang auf Paderborns Neben- und Stichstraßen verteilt wurden, fragt man sich, ob es nicht billiger wäre, den Winter abzuschaffen.

    Die starken Schneefälle im letzten Winter zeigten, daß die Stadt zunächst die wichtigen Straßen relativ schnell in den Griff bekam und dann über vier bis fünf Tage auch die Nebenstraßen erreichte. In diesen vier bis fünf Tagen konnten sich die Bürger auch auf schneebedeckten Straßen gut fortbewegen. Das kann man, wenn man um die Gefahren des Winters weiß, auch länger. Bayerische Gemeinden zeigen auch, wie es funktioniert. Nebenstraßen werden im Bedarfsfall lediglich mit Kiesel/Splitt oder wie man kleinen Steinchen sonst nennen mag, rutschfest gemacht, ohne den Schnee komplett zu räumen oder mit Salz aufzutauen. Die Steinchen sind aufzufegen und im nächsten Jahr wieder verwendbar.

    Besonders ärgert mich jedes Jahr, daß die Westernstraße, Domplatz, Kamp zu 4/5 oder mehr gesalzt werden. Nichts ist rutschiger, als Schneematsch auf dem Domplatz, nichts sieht häßlicher aus. Es dürfte ausreichen, die Wege auf 2m frei zu machen, meinetwegen für die, die sich auf schwarzem Unterbau wohlfühlen, den Großteil der Flächen aber schneebedeckt zu lassen.

    Unsere Kinder werden sich freuen, die Innenstadt mal auf Schlitten/Gleitschuhen durchfahren zu können. Es muß ja nicht immer das Fahrrad sein.

    Sie haben recht: Wenn die Stadt den Bürgern mal etwas mehr Eigenverantwortlichkeit zutrauen würde, sparte das Geld und würde den Boden nicht mit Unmengen von Salz belasten.

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